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Entwicklungskompass Wirtschaft und Gesellschaft

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2.2 Planung und Gestaltung von Mountainbike-Infrastruktur

Grundlagen

Die beste Besucherlenkung ist die, bei der Besucher nicht merken, dass sie gelenkt werden.


Mountainbiken ist zum Breitensport geworden und das Bedürfnis nach attraktiver Infrastruktur wächst. Zudem werden Mountainbiker aufgrund von zukünftigen klimatischen Herausforderungen eine immer wichtigere Zielgruppe für den Tourismus in mittleren Höhen [1, S. 117 ff.], [2, S. 52]. «In Regionen / Gebieten mit intensiver Nutzung besteht die Herausforderung den Mountainbikern ein vielfältiges und attraktives Wegnetz zur Verfügung zu stellen und der Natur und Umwelt trotzdem genügend Schutz und Freiräume zu bieten» [3, S. 15]. Durch eine Wegnetzplanung wird der Umgang mit dieser Herausforderung koordiniert.


Für die Besucherlenkung ist es zentral, Massnahmen festzulegen, welche Nutz- und Schutzinteressen ausgewogen berücksichtigen. Mit einer ausführlichen Analyse und einem daraus entstehenden bedarfsgerechten, nicht zu knappen und attraktiven Infrastrukturangebot, werden Biker aktiv gelenkt und kanalisiert. Dadurch können negative Auswirkungen wie beispielsweise unbewusstes Fahren durch Schutzgebiete oder die Entstehung von «wilden Wegen» verhindert werden.


In den Kantonen gibt es unterschiedliche Fachstellen für Umweltanliegen. Im Idealfall koordinieren die Kantone (in der Regel die Langsamverkehr-Fachstellen und/oder das Raumplanungsamt) die Zuständigkeiten und die Akteure sowie Planungsinstrumente, Bewilligungsverfahren und die Umsetzung baulicher Massnahmen von Mountainbike Infrastrukturen. In einigen Kantonen sind die Planungsinstrumente und Bewilligungsverfahren gestützt auf der kantonalen Gesetzgebung in Arbeitshilfen oder Handbüchern festgehalten. In den folgenden Ausführungen wurde der Fokus explizit auf die Natur tangierenden Faktoren gelegt, um eine umweltfreundliche Entwicklung zu fördern.


Bei der Wegnetzplanung  und -nutzungsplanung, der Planung von Neubauten sowie Massnahme mit baulichen Anpassungen, die über den ordentlichen Unterhalt hinaus gehen, muss zwingend die zuständige kantonale Fachstelle des Langsamverkehrs und/ oder das Raumplanungsamt miteinbezogen werden.

Vertiefung

Bei der mountainbikespezifischen Infrastrukturentwicklung sind die wichtigsten Schritte:

 

– der Auslöser/die Idee,

–  die Analyse der Grundlagen,

– das Grobkonzept/Masterplan,

– das konkrete Konzept,

– das formelle Verfahren (Planungsinstrumente und Bewilligungsverfahren),

– die Umsetzung und

– der Betrieb ( inklusive ggfs. Weiterentwicklung sowie Anpassungen gemäss Besuchermonitoring).

 

Die genaue Art und der Aufwand der Planung hängen von der Grösse des Projekts, sowie den gesetzlich geregelten Rahmenbedingungen und Verfahren ab. Im Folgenden werden die wichtigesten Aspekte kurz beschrieben. Eine detailliertere Ausführung bieten das ASTRA, die Schweizer Wanderwege und Schweiz Mobil in der «Entscheidungshilfe zu Koexistenz und Entflechtung» [4, S. 13 ff.] sowie, speziell für das Thema Mountainbike-Anlagen, die Beratungsstelle für Unfallverhütung [5, S. 9 ff.].

 

Während der Auslöser den Anstoss zur Planung gibt, werden in der Analyse bestehende raumplanerische Grundlagen sowie alle relevanten Informationen zusammengetragen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Region, ihrer Topografie und Geografie sowie dem gesamten Wegnetz und den Bedürfnissen und Wünschen der Wegnutzer. Umwelttechnisch spielen u.a. gesetzliche Grundlagen (bspw. das Wald-, das Gewässerschutz- sowie das Natur- und Heimatschutzgesetz), Sach- und (Teil-) Richtpläne, Inventare, Nutzungspläne, Schutzzonen und Nutzungsbeschränkungen eine wichtige Rolle.

 

Die mountainbikespezifische Planung richtet sich dabei unter anderem nach den ausgewiesenen Schutzgebieten (bspw. Gewässer-, Natur- oder Moorschutz), Landschafts- und Naturdenkmälern (BLN) sowie Lebensräumen von Flora und Fauna und setzt sich darüber hinaus aktiv mit weiteren schützenswerten Bereichen auseinander. So können bestimmte Zonen festgelegt werden, die aus Naturschutzgründen gemieden werden sollen, sowie Zonen in denen Biker ein gutes Angebot zur Verfügung gestellt wird.

 

Das Grobkonzept/ der Masterplan setzt sich im Wesentlichen mit einem unverbindlichen strategischen Konzept für die räumliche Umsetzung auseinander. Es zeigt vorhandene Mountainbike-Infrastruktur auf und entwickelt eine zukünftige Strategie für ein Wegkonzept der Region. Bestehende Erholungs- bzw. Nutzungsstrategien der Regionen und Destinationen erleichtern dabei die Zielgruppenanalyse und verbessern die Qualität des Angebots. Das Grobkonzept sollte stets mit allen Stakeholdern abgestimmt sein. Grobkonzepte und Masterpläne sind jedoch Instrumente der informellen Planung. Sie entfalten keine rechtliche Wirkung, weder für die Behörden noch für die Grundeigentümer.

 

Erst nach einem formellen Verfahren, ist das konkrete Konzept behördenverbindlich und wird in offizielle Pläne integriert (weitere Informationen zu formeller und Informeller Planung sind zu finden in der «Entscheidungshilfe zu Koexistenz und Entflechtung [4, S. 14]).

Ein Besucherlenkungskonzept kann sowohl Auslöser als auch Teil des mountainbikespezifischen Konzepts sein. Zusammenfassend ist es für die Besucherlenkung auf Raumplanungsebene essentiell [6, S. 17 ff.]:

 

–  gesamträumlich zu planen (um den Nutzerdruck nicht in Nachbarräume zu verlagern),

– mit zielgruppengerechten, attraktiven Angeboten Besucherströme langfristig zu lenken

– und Naturschutz und Erholungsfunktion des Waldes mithilfe einer Funktionstrennung von aktiven Nutzungszonen und Naturzonen zu vereinen (evtl. zeitlich begrenzt).

Dos

Vorgelagerte und regionsübergreifende Planung

Die Analyse schützenswerter Bereiche bietet die Grundlage für Zonen, in denen kein Angebotsausbau vorgesehen ist, während mountainbike spezifische Erhebungen mögliche Gebiete für eine Angebotsentwicklung aufzeigen. Entsprechen regionale Perimeter nicht dem funktionalen Raum, ist eine grenzüberschreitende Kommunikation von besonderer Bedeutung.

Destinationsstrategien und -visionen zeigen zukünftige Zielgruppen auf. Von Gemeinden oder Regionen entwickelte Naherholungsstrategien mit regionenüberfreifender Zusammenarbeit, regeln ein bedarfsgerechtes Angebot in Bezug auf die Zielgruppe und die Nachfrage. Somit kann auch sichergestellt werden, dass nicht alle benachbarten Destinationen dasselbe Angebot entwickeln.

Grossräumiges Planen

Die aktuelle Sport Schweiz Studie [7] sowie die Entwicklung der Verkaufszahlen, zeigt einen klaren Trend hin zu immer mehr Menschen auf dem Mountainbike. Nur eine koordinierte Entwicklung von attraktiven und ausreichenden Mountainbike-Infrastruktur-Angeboten schafft es dabei langfristig soziale und naturschutz Ziele zu vereinen. Neben der aktiven Besucherlenkung führt professioneller Trailbau und Unterhalt langfristig zu einer besseren Umweltverträglichkeit.

Bei der Planung soll in funktionellen Räumen gedacht werden und nicht ausschliesslich in Administrativen. Die Raumanalyse beinhaltet offizielle, nicht-offizielle Mountainbike- und Wanderwege sowie übrige Strassen- und Verkehrsinfrastrukturen (ÖV, Bergbahnen).

Ein ganzheitliches abgestimmtes Angebot kann eine grössere Zielgruppe an Bikern abdecken, ohne ein nur sporadisch genutztes bzw. sich konkurrenzierendes Überangebot zu schaffen. Durch die grossräumige Betrachtung kann auch die Wirkung einzelner Routen, Pisten oder Anlagen auf die Region abgeschätzt werden.

Es gilt vorhandene und evtl. neu entstehende Nutzerströme im gesamten Wegnetz zu analysieren und in die grossräumige Planung einfliessen zu lassen. Dazu gehört unter anderem auch bestehende Infrastruktur (bspw. Veloweg-Verkehrskonzept), die zur Erreichung von Verknüpfungspunkten oder Verkehrsanbindungen genutzt wird. Entsteht beispielsweise ein Bike Park in einem höher gelegenen Gebiet, wird häufig ein geeigneter Weg ins Tal gesucht. Diese und andere «Desire lines» sollten bereits bei der grossräumigen Planung miteinbezogen werden, um Besucher zu kanalisieren, mit einem attraktiven Angebot zu lenken und die Entstehung von nicht gewollten Nutzerströmen zu vermeiden.

Stehen mehr Wege für eine gemeinsame Nutzung zur Verfügung, kommt es zu einer besseren Verteilung der Biker und weniger Konflikten mit der Umwelt. Professionelle und gezielte Weg-Anpassung im Design sind meist geringfügig und können das Miteinander mit anderen Nutzergruppen fördern und unterstützen. Ein gutes Beispiel ist der Kanton Graubünden, in dem Mountainbiker grundsätzlich auf Wanderwegen gestattet sind. Durch die bessere Verteilung und das grössere Angebot werden Umlenkungen oder Richtlinien besser akzeptiert. Wird die Infrastruktur zudem mit einem speziellen Angebot (bspw. einer signalisierten Anlage) für Mountainbiker ergänzt, können Besucher sanft gelenkt und kanalisiert werden. Wichtig bei diesen Prozessen ist die Beteiligung möglichst vieler Interessengruppen, um Konfliktpotential zu vermeiden. Eine Entflechtung durch Parallelwege kann sich als umweltverträgliche Variante anbieten.

Das NHG (Art. 18 1ter) regelt den Umgang mit der Beeinträchtigung schutzwürdiger Lebensräume.

Es gilt der Gundsatz:

1. Bestmöglicher Schutz von schützenswerte Bereichen vor

2. lokale Wiederherstellung vor

3. angemessenem Ersatz (Kompensation) (weiterführende Informationen bieten das BAFU und das BUWAL [8]).

So wird die weitere Störung oder Zerschneidung intakter/ nicht belasteter Lebensräume vermieden. Nahe beieinander liegende Pisten minimieren zudem die Grösse der belasteten Zonen und werden dem raumplanerischen Prinzip der Konzentration gerecht (wie bspw. In einem Bike Park).

«Bei baulichen Massnahmen müssen denkmalpflegerische Aspekte berücksichtigt werden» Weiterführende Informationen zu Besuchermonitoring sind unter anderem zu finden in: Outdoor Sports Infrastructure Planning – Hiking and Mountain Biking [9], und Besuchermonitoring – Ein Überblick über Methoden und Anwendungsbereiche [10]. Die Aufbereitung und der Unterhalt von IVS Wegen muss schonend stattfinden und die Vorgaben zum Erhalt des historischen Verkehrswegs befolgen. Wenn zudem die Planung auch hier auf einer sorgfältigen Analyse schützenswerter Bereiche beruht, kann die Nutzung dieser Wege, den Bau neuer Weginfrastruktur reduzieren.

Bei der Planung von Mountainbike-Infrastruktur-Angeboten in Naherholung und Tourismus sollen umweltverträgliche Anreisemöglichkeiten mit dem Velo sowie die Anbindung zu öffentlichen Verkehrsmittel sichergestellt werden.

Besucherlenkung

Die Planung soll nach dem Bottom-Up Prinzip erfolgen und dabei die Zielgruppe in den Mittelpunkt stellen. Trifft das Angebot nicht die gewollte Zielgruppe, wird es nicht genutzt. «Desire lines» und Feedback von lokalen Bikern ist mit ausschlaggebend und müssen zwingend in den Prozess integriert werden.

Es gilt zudem die Entwicklung des Mountainbike-Markts bzw. die zukünftige Bedarfsentwicklung miteinzubeziehen. Mountainbike Infrastruktur soll langzeitattraktiv sein und das Wegnetz auch zukünftige Generationen befriedigen.

Schliessungen und Fahrverbote ohne ein alternatives Angebot können Probleme auf angrenzende Gebiete oder Wege verlagern. Gebote und zeitliche Regelungen können die Schliessung eines Weges vermeiden. Die übergeordnete Besucherlenkung ist in die Überlegung von Verboten einzubeziehen.

Aktives Besuchermonitoring anhand von Zählstationen zeigt sowohl die aktuelle Situation als auch die Bedarfsentwicklung einer Region. Weiterführende Informationen zu Besuchermonitoring sind unter anderem zu finden in: Outdoor Sports Infrastructure Planning – Hiking and Mountain Biking [9], und Besuchermonitoring – Ein Überblick über Methoden und Anwendungsbereiche [10].

Ein während der Planung erarbeitetes Kommunikationskonzept koordiniert den späteren Informationsfluss über neue oder neu aufbereitete Mountainbike-Angebote. Damit kann der Zeitpunkt und die Inhalte auf die unterschiedlichen Kommunikationsstakeholder abgestimmt werden. Dies ist ein wichtiger Baustein um Nutzerströme aktiv zu lenken und die richtige Zielgruppe zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort zu bringen. Weitere Informationen zu Kommunikationsstrategien sind im Thema Besucherlenkung mithilfe von Sensibilisierungsmassnahmen und guter Kommunikation zu finden.

Literatur

[1]        M. Rebetez und T. Lehmann Friedli, «Tourismus», Brennpunkt Klima Schweiz: Grundlagen, Folgen und Perspektiven (swissacademies reports), Bd. 11, Nr. 5, S. 117–120, 2017.

[2]        B. Abegg, «Herausforderung Klimawandel», Swiss Equity Magazin, Special issue: Tourismus, S. 52–53, 2009.

[3]        M. von Ballmoos, «Umweltkriterien», Handbuch graubündenBIKE, Bd. Trails & Touren, Nr. 3.125, 2013, [Online].

[4]        Bundesamt für Strassen (ASTRA), Schweizer Wanderwege, und Stiftung SchweizMobil, «Wandern und Mountainbiken – Entscheidungshilfe zu Koexistenz und Entflechtung: Merkblatt für die Planung», Material Langsamverkehr, Bd. 142, 2020, [Online]. 

[5]        C. Müller, «Mountainbike-Anlagen: Sicherheitsaspekte bei Planung, Bau und Betrieb», SchweizMobil; bfu,bpa,upi, 2019. [Online]. 

[6]         A. Arnberger,»Besuchermanagement aus internationaler Sicht – Ein Überblick über Forschungen und Anwendungen», in Visiman: Beiträge zu Besuchermonitoring und Besuchermanagement in Pärken und naturnahen Erholungdgebieten, Bd. Schriftenreihe des Instituts für Landschaft und Freiraum, 10 Bd., C. Clivaz, R. Rupf, und D. Siegrist, Hrsg. HSR Hochschule für Technik Rapperswil, 2013, S. 17-29.

[7]        M. Lamprecht, R. Bürgi, und H. Stamm, Sport Schweiz 2020: Sportaktivität und Sportinteresse der Schweizer Bevölkerung. Schweizer Sportobservatorium c/o Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung AG, 2020.

[8]        B. Kägi, A. Stalder, und M. Thommen, Hrsg., Wiederherstellung und Ersatz im Natur- und Landschaftsschutz: Die Eingriffsregelung nach schweizerischem Recht, Bd. Leitfaden Umwelt, 11 Bd. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), 2002.

[9]        R. Rupf, Hrsg., Outdoor Sports Infrastructure Planning – Hiking and Mountain Biking, Bd. 11, 6 Bd. swiss academies factsheets, 2016.

[10]       R. Rupf und M. Wernli, «Besuchermonitoring – Ein Überblick über Methoden und Anwendungsbereiche», in Visiman: Beiträge zu Besuchermonitoring und Besuchermanagement in Pärken und naturnahen Erholungdgebieten, Bd. Schriftenreihe des Instituts für Landschaft und Freiraum, 10 Bd., C. Clivaz, R. Rupf, und D. Siegrist, Hrsg. HSR Hochschule für Technik Rapperswil, 2013, S. 27–37.

Glossar Bikeplan

Glossar

Besucherlenkung

Clivaz et al. beschreiben Besucherlenkung im Projekt Visiman als «Massnahmen zur Beeinflussung von Besuchern hinsichtlich ihrer räumlichen, zeitlichen und quantitativen Verteilung sowie ihrer Verhaltensweisen mit dem Ziel, negative Auswirkungen auf die Schutzobjekte zu minimieren oder zu beseitigen (verändert nach Bähre 1996)». Strategien hierzu sind vielfältig und reichen z.B. von der Erhöhung des Angebots, der Erhöhung der Haltbarkeit bis hin zu Einschränkungen und Verboten.

Clivaz, C., Rupf, R., & Siegrist, D. (Eds.) (2013). Visiman: Beiträge zu Besuchermonitoring und Besuchermanagement in Pärken und naturnahen Erholungsgebieten: Vol. Schriftenreihe des Instituts für Landschaft und Freiraum. HSR Hochschule für Technik Rapperswil S.19. Online verfügbar unter: https://www.freizeitwald.ch/download/pictures/4f/0rofjzvhvrrgfvauipcbati55tdds7/visiman.pdf

Zusammengefasster Überblick unter https://www.visiman.ch/index.php?id=6489.
Desire lines

Desired lines entsprechen einer vom Nutzer bevorzugte Linienführung. Diese kann Beispielsweise eine offensichtliche Abkürzung, eine weniger steile Strecke oder ein Weg zu einem Point of Interest sein. Sie sollten bei der Planung sowie dem Weg Design beachtete werden, da sie sonst zusätzlich als Trampelpfade entstehen können.

Drainagetechniken

Drainagetechniken beeinflussen, wie sich das Wasser entlang des Trails verhält. Das Ziel ist, dem Wasser einen einfachen Weg zu bieten, sodass es vom Weg fort- und den Hang hinunterzufliessen kann. Zu den wichtigsten Techniken zählen Neigungswechsel und das talseitige Quergefälle.

Erosion
Erosion ist ein natürlicher Prozess, bei dem Gestein oder Boden durch Kräfte wie Wasser oder Wind abgetragen werden. Nutzererosion entsteht durch die verschiedenen Wegnutzungsformen..
Falllinie

Wasser, das einen Berg hinunterfliesst, folgt dem Weg des geringsten Widerstands, der so genannten Falllinie. Diese sollte beim Wegbau vermieden werden, denn ein Weg in der Falllinie wird durch das Wasser zunehmend ausgeschwemmt. Es bilden sich Rillen, Wurzeln werden freigelegt und die Umwelt wird beschädigt.

Felton, V. (2004). Trail Solutions: IMBA’s Guide to Building Sweet Singletrack (IMBA (International Mountain Bicycling Association) (ed.)). International Mountain Bicycling Association. S. 60

Full Bench Cut

Die Verwendung von «Full Bench Cuts» fördert die Langlebigkeit des Trails und führt zu weniger Unterhaltsarbeit.

Eine «Bank» (bench) ist in diesem Sinne ein Abschnitt der Lauffläche, der in die Seite oder Kontur eines Hügels gegraben ist. Das abgetragene Material sollte entfernt/ weggeschafft werden und nicht mit im Trail aufgebaut werden. Mit genügend Zeit und Mühe kann mit dieser Bauweise eine gleichmässige und stabile Lauffläche erzeugt werden, die ausgesprochen langlebig ist und nur geringen Unterhalt benötigt.

Felton, V. (2004). Trail Solutions: IMBA’s Guide to Building Sweet Singletrack (IMBA (International Mountain Bicycling Association) (ed.)). International Mountain Bicycling Association. S. 140ff.

GeschwindigkeitsmanagementGezieltes Design kann die auf dem Weg gefahrene Geschwindigkeit kontrollieren. Dazu können unter anderem Hindernisse am Wegrand, gezieltes Kurvendesign, das Lichtraumprofil oder die Wegneigung genutzt werden. Konstanter Flow (dieser kann auch technischer Natur sein) sollte dabei beibehalten werden.
Halbkreis-Senke

Halbkreis-Senken auch «Knicks» genannt, ist ein Abschnitt von ca. 1,5 bis 3 Metern, der ein halbkreisförmiges Quergefälle von ca. 15% aufweist. Sie können auch mit Gegenanstieg umgesetzt werden.

Felton, V. (2004). Trail Solutions: IMBA’s Guide to Building Sweet Singletrack (IMBA (International Mountain Bicycling Association) (ed.)). International Mountain Bicycling Association. S. 201

Bikeplan, RWO AG – Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis, ARVR – Region Valais romand, & VWP – Valais/Wallis Promotion. (2019). Arbeitshilfe zum Bau und Unterhalt von Mountainbike-Wegen und -Pisten: Bestandsaufnahme und Empfehlungen für das Wallis (Version 1.0). S. 11 Online verfügbar unter: https: https://www.rw-oberwallis.ch/projekte/bike-valais-wallis

Lichtraumprofil

Das Lichtraumprofil bezeichnet einen definierten Raum der senkrechten Querebene eines Weges. Dieser Raum ist von Gegenständen, Ästen und ähnlichem freizuhalten.

Adaptiert aus: Lichtraumprofil und Fahrzeugbegrenzung im europäischen Schienenverkehr. (2020, September 23). Forschungs-Informations-System. Online verfügbar unter: https://www.forschungsinformationssystem.de/servlet/is/325031/

Mountainbike Anlagen

«MTB-Anlagen sind ausschliesslich dem Mountainbiken gewidmet (kein Misch- oder Gegenverkehr)». Zu ihnen zählen laut dem BFU Pisten und Parks.

Müller, C. (2019). Mountainbike-Anlagen: Sicherheitsaspekte bei Planung, Bau und Betrieb (Version 2.040). SchweizMobil; bfu,bpa,upi S. 7 Online verfügbar unter: https://www.bfu.ch/media/rfna2wnt/mountainbike-anlagen.pdf

Mountainbike Infrastruktur

Mountainbike Infrastruktur ist der Überbegriff von Weginfrastruktur, auf welcher das Mountainbiken gestattet ist. Sie wird weiter in Mountainbike Routen und Mountainbike Anlagen unterteilt.

Müller, C. (2019). Mountainbike-Anlagen: Sicherheitsaspekte bei Planung, Bau und Betrieb (Version 2.040). SchweizMobil; bfu,bpa,upi S. 7 Online verfügbar unter: https://www.bfu.ch/media/rfna2wnt/mountainbike-anlagen.pdf

Mountainbike Pisten

«MTB-Pisten werden nur in einer Richtung befahren (in der Regel abwärts), enthalten gebaute Elemente und sind speziell signalisiert. Der Start ist üblicher-weise mit einer Aufstiegshilfe erschlossen (Bergbahn, öffentlicher Verkehr). Leichte MTB-Pisten (Schwierigkeitsgrad blau) können in MTB-Routen integriert werden».

Müller, C. (2019). Mountainbike-Anlagen: Sicherheitsaspekte bei Planung, Bau und Betrieb (Version 2.040). SchweizMobil; bfu,bpa,upi S. 7 Online verfügbar unter: https://www.bfu.ch/media/rfna2wnt/mountainbike-anlagen.pdf

Mountainbike Routen

«MTB-Routen sind allgemein zugängliche Wege oder Pfade und werden meist mit anderen Nutzern geteilt«.

Müller, C. (2019). Mountainbike-Anlagen: Sicherheitsaspekte bei Planung, Bau und Betrieb (Version 2.040). SchweizMobil; bfu,bpa,upi S. 7 Online verfügbar unter:  https://www.bfu.ch/media/rfna2wnt/mountainbike-anlagen.pdf

Neigungswechsel

Ein Neigungswechsel ist eine Stelle, an der ein Weg abflacht und dann die Steigung ändert, indem er zuerst leicht abfällt, bevor er wieder ansteigt. Diese Änderung des Gefälles zwingt das Wasser dazu, den Weg am tiefsten Punkt der Gefälleumkehr zu verlassen.

Felton, V. (2004). Trail Solutions: IMBA’s Guide to Building Sweet Singletrack (IMBA (International Mountain Bicycling Association) (ed.)). International Mountain Bicycling Association. S. 67

Rolling Contour Design
Siehe Wellen-Mulden Design
Schützenswerte BereicheSchützenswerte Bereiche müssen differenziert werden in Naturschutzgebiete und andere offizielle Schutztypen sowie weitere, ungeschützte Naturflächen. Naturschutzgebiete haben eine Rechtsgrundlage, sind amtlich bezeichnet und haben festgelegte Perimeter und Schutzbestimmungen. Auch ausserhalb der Naturschutzgebiete gibt es sensible Zonen oder ökologisch wertvolle Flächen, z.B. aufgrund des Vorkommens gefährdeter Arten. Die Mountainbike spezifische Planung / Wegnetzplanung richtet sich unter anderem nach ausgewiesenen Schutzgebieten (auch Gewässerschutz), Landschafts- und Naturdenkmälern (BLN) sowie Lebensräumen von Flora und Fauna und setzt sich darüber hinaus aktiv mit weiteren sensiblen Bereichen auseinander.
SMPDas «Swiss Mountainbiking Project» (SMP) ist ein Innotour gefördertes Projekt der IMBA Schweiz. Es verfolgt das Ziel, das Mountainbike-Segment, als wichtige Einnahmequelle des Schweizer Sommertourismus, zu stärken. Interessensgruppen werden vernetzt, Wissen wird zusammengetragen und ergänzt. Dadurch können die Gestaltung und der Unterhalt von Trails (das Trail Management) professionalisiert werden. Infrastrukturen und Services im Tourismus können qualitativ ausgebaut werden und somit die Wertschöpfung gesteigert und eine langfristige Attraktivität gesichert werden.
TrasseeAls Trasse wird geplante oder bestehende Verlauf eines Weges bezeichnet.
Wellen-Mulden-Design

Ein Weg mit «Wellen-Mulden Design» zeichnet sich durch eine sanfte Neigung, stetige Neigungswechsel und ein Aussengefälle der Lauffläche aus. Diese Merkmale minimieren die Erosion des Weges, da das Wasser auf eine sanfte, nicht erosive Art und Weise abfliessen kann.

Felton, V. (2004). Trail Solutions: IMBA’s Guide to Building Sweet Singletrack (IMBA (International Mountain Bicycling Association) (ed.)). International Mountain Bicycling Association. S. 56

Zonierung
Entspricht der räumlichen Funktionstrennung von Nutz- und Umweltschutzzonen (siehe auch weiterführende Literatur zur Besucherlenkung bspw. das Projekt Visiman online verfügbar unter: https://www.visiman.ch/index.php?id=6489)

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